Oh je, Sportstudenten an der Uni Passau

An meiner Universität, der Uni Passau, findet gerade das CampusFest statt. Teil des Programmes ist u.a. auch das „Fensterln“, bei dem Männer irgendetwas machen müssen, um eine Frau zu „gewinnen“. Das scheint bayerische Tradition zu sein und Tradition ist prinzipiell in Ordnung.

Was aber nicht in Ordnung ist, ist Sexismus. Und die Gleichstellungsbeauftragte der Uni Passau Frau Dr. Krell, hält das für ebendas. Bei Feminismus geht es nämlich genau um den Kern des Problems: dass ein Staat, eine öffentliche Institution oder ein Träger öffentlicher Gewalt besser sein muss als das Individuum. Und dass genau das dringend nötig ist, sieht man an den unfassbaren und untragbaren Reaktionen: nicht nur, dass Feminismus grundsätzlich infrage gestellt wird, auch Einzelpersonen werden in sozialen Netzwerken beleidigt und wegen ihrer Meinung degradiert. Die Betreiber der Seite scheint das wenig zu kümmern, auch, wenn das Event mittlerweile von der NPD instrumentalisiert wird.

Es geht schon lange nicht mehr darum, was Tradition darf und was nicht. Es geht um viel grundsätzlicheres. Wie geht man mit Kritik und modernen Maßstäben um? Feminismus hat nichts mit „verqueren Meinungen“ zu tun sondern ist ein dringend notwendiger Teil der modernen Entwicklung, die einige Männer aber in ihrer Existenz zu bedrohen scheint. Dass das an Stammtischen parodiert oder auf AfD-Parteitagen ins Mikro gegrölt wird – völlig egal. Aber dass Studierende die Bedenken einer Verwaltungsstelle als Anstoß benötigen, ihren Meinungen Luft zu gebieten ist bedenklich.

Denn wer das nicht zu respektieren weiß hat nichts in einer Kommentarleiste zu suchen – geschweige denn an einer Universität.

EDIT: Mittlerweile ist bekannt, dass die Gleichstellungsbeauftragte die Veranstaltung weder „abgesagt“ noch „verboten“ hat. Es sollten lediglich auch Frauen teilnehmen dürfen und nicht als Objekt dargestellt werden. kommentare npd