Meine Kirche

32 Millionen für eine Residenz, Kindesmissbrauch, Geheimniskrämerei und überhaupt, Inquisition und Ablasshandel und Kreuzzüge. Es ist leicht, Dinge gegen die katholische Kirche zu finden. Trotzdem bin ich Mitglied und habe auch nicht vor, das zu ändern. Im Gegenteil: ich möchte das begründen und eine Lanze für meine Kirche brechen.

Ich bin nicht streng religiös, gehe nicht jeden Sonntag in die Kirche und was die angestrebte Moral angeht nehme ich es auch nicht immer ganz so streng. Wie ich es denn moralisch mit meinem Gewissen vereinbaren könne, trotzdem bekennendes Mitglied zu sein, werde ich ab und an gefragt, ich bin auch seit meinem fünfzehnten Lebensjahr SPD- und Juso-Mitglied. Es ist in der letzten Zeit einfacher geworden, gegen die Kirche zu wettern. Irgendwo mit Recht, ein Prunkbau mit unnötigen Kosten ist schäbig, ganz zu schweigen vom Umgang mit dem Kindesmissbrauch. Und dann gibt es immer wieder die ewig gestrigen, die schwule und lesben nicht gleichstellen möchten und geschützten Geschlechtsverkehr für etwas Teuflisches halten. Die mediale Berichterstattung tut dann ihr übriges und schon entsteht das Bild der unbarmherzigen, kalten und gierigen Kirche.

1.166 Millionen Mitglieder hat die Katholische Kirche aktuell weltweit. Davon leben 23 Millionen in Deutschland. 23 Millionen. Viele davon werden ähnlich denken wie ich, sie verurteilen die Fehler, sehen die Kirche aber in einer Makro-Sicht. Ich glaube, dass es da irgendwo einen Gott gibt, ich kann es mir rational nicht erklären aber das ist ja auch nicht der Sinn von Glauben. Dass es da Menschen gibt, die das auch so sehen und sogar Menschen, die das predigen finde ich großartig. Es ist eine Gemeinschaft von Leuten, die sich in Traditionen und Überzeugungen über Alter, soziale Klasse oder politische Couleur hinweg zusammenfinden. Es ist für mich kein Lebensinhalt, aber es ist irgendwie immer da, wenn man es braucht. Als Geber von Hoffnung und Spender von Trost, es sind die schlechten Momente, in denen sich die Kirche in den Vordergrund drängt. Ich erinnere mich aber auch gerne an meine Zeit im Chor. Wenn wir in den Hinterzimmern von Kirchen in ganz Europa in Talaren gekleidet und mit Psalmen unterm Arm auf den Auftritt gewartet haben. Dieser kalte Geruch von Stein und Weihrauch und diese fast unheimliche Stille in einem voll besetzten Raum haben mich als Kind beeindruckt und haben mein Bild von der Kirche geprägt. Pfarrer, die sich nach dem Konzert draußen mit uns noch auf ein Eis trafen und uns irgendetwas vom Leben erzählten waren für mich die Gesichter der Kirche. Wenn da ein Papst oder ein Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz im Fernsehen auftraten war das die Projektion des Ganzen in eine Person, mit all den negativen und positiven Facetten. Das war beeindruckend, war aber nicht die Kirche.

So hat jeder seinen Aspekt, den die Kirche für einen selbst auszeichnet. Und dann ist es zweitrangig, wie viel ein Haus irgendwo in Deutschland kostet.

Infos vom Newsdesk

Morgen dürfen sich alle KVs auf eine Fotoaktion einstellen, unter dem Motto „Zeit. Für uns, für…“ kann jeder KV die eigenen Schwerpunkte mitteilen und wird sie dann auf den großen Social-Media-Kanälen der Jusos BaWü wiederfinden, wir würden uns über rege Teilnahme freuen! /am

Aschermittwoch – So Asche-auf-mein-Haupt-mäßig?

Naja – fast.

Der Aschermittwoch zieht seine Tradition aus dem Beginn der 40 – Tägigen Fastenzeit im Christentum, das an die 40 Tage und Nächte andauernde Fast- und Betzeit Christi in der Wüste erinnern soll.

Hier ein paar Ideen zum Verzicht in der Fastenzeit:

  • FDP (nicht nur für Fastenzeit)
  • Bodo Bück als Kommentator vom Eisschnellauf (500 Meter)
  • Gunda Niemann-Stirnemann als Kommentatorin vom Eisschnellauf (500 Meter)
  • Eisschnellauf (500 Meter)
  • „Die Welt“
  • Zimt im Reis in der Mensa

Einsender der Frage: Katharina S. aus P. Hast auch Du eine Frage an Adrian? Kommentar hier: http://bit.ly/UTrxnE