Oh je, Sportstudenten an der Uni Passau

An meiner Universität, der Uni Passau, findet gerade das CampusFest statt. Teil des Programmes ist u.a. auch das „Fensterln“, bei dem Männer irgendetwas machen müssen, um eine Frau zu „gewinnen“. Das scheint bayerische Tradition zu sein und Tradition ist prinzipiell in Ordnung.

Was aber nicht in Ordnung ist, ist Sexismus. Und die Gleichstellungsbeauftragte der Uni Passau Frau Dr. Krell, hält das für ebendas. Bei Feminismus geht es nämlich genau um den Kern des Problems: dass ein Staat, eine öffentliche Institution oder ein Träger öffentlicher Gewalt besser sein muss als das Individuum. Und dass genau das dringend nötig ist, sieht man an den unfassbaren und untragbaren Reaktionen: nicht nur, dass Feminismus grundsätzlich infrage gestellt wird, auch Einzelpersonen werden in sozialen Netzwerken beleidigt und wegen ihrer Meinung degradiert. Die Betreiber der Seite scheint das wenig zu kümmern, auch, wenn das Event mittlerweile von der NPD instrumentalisiert wird.

Es geht schon lange nicht mehr darum, was Tradition darf und was nicht. Es geht um viel grundsätzlicheres. Wie geht man mit Kritik und modernen Maßstäben um? Feminismus hat nichts mit „verqueren Meinungen“ zu tun sondern ist ein dringend notwendiger Teil der modernen Entwicklung, die einige Männer aber in ihrer Existenz zu bedrohen scheint. Dass das an Stammtischen parodiert oder auf AfD-Parteitagen ins Mikro gegrölt wird – völlig egal. Aber dass Studierende die Bedenken einer Verwaltungsstelle als Anstoß benötigen, ihren Meinungen Luft zu gebieten ist bedenklich.

Denn wer das nicht zu respektieren weiß hat nichts in einer Kommentarleiste zu suchen – geschweige denn an einer Universität.

EDIT: Mittlerweile ist bekannt, dass die Gleichstellungsbeauftragte die Veranstaltung weder „abgesagt“ noch „verboten“ hat. Es sollten lediglich auch Frauen teilnehmen dürfen und nicht als Objekt dargestellt werden. kommentare npd

Arbeitslos durch Internet

In der Online-Ausgabe der „Werben und Verkaufen“ erschien am 14.10. ein Review zur Philosophiesendung „Precht“ mit Richard David Precht und Sascha Lobo, in welcher die beiden über die Gefahren des Internets diskutierten und dabei erstaunliches feststellten:

„Prechts Thesen zur Sendung: Traditionelle Dienstleistungsbereiche befinden sich auf dem Rückzug. Digitale Sensoren am Handgelenk ersetzen den Hausarzt, Posts in sozialen Netzwerken wird heute mehr vertraut als der Beratung durch den Fachverkäufer, Flüge und Hotels buchen wir nicht mehr im Reisebüro, sondern im Internet, und ein Computerprogramm ersetzt den Steuerberater. Amateure statt Profis, „hire and fire“ statt Festanstellung, Schwarmintelligenz statt Fachkräfte: Die Zukunft der Arbeitswelt, so diagnostizieren Kritiker, werde aus einer Art digitalen Klassengesellschaft bestehen. Einige wenige beherrschten und bestückten die Computer, während die Mehrheit dem folge, was die Rechner ihnen vorschreiben.“

Die Botschaft ist also eindeutig: durch das Internet verlieren Menschen Arbeit, traditionelle Berufszweige sterben ab und die Gefahren sind unüberschaubar.

Das alles klingt in seiner Blase relativ logisch. Viele JournalistInnen sitzen auf der Straße, weil sich die Redaktion keinen Newsroom leisten kann und die Absatzzahlen sinken. Wenn Menschen arbeitslos werden ist das natürlich furchtbar. Aber ist es auch Anlass, eine ganze Kultur infrage zu stellen?

Dieses Blog steht online, wer das liest hat also einen ganz natürlichen Bezug zum Internet. Ich könnte es mir nicht leisten, alle meine Gedanken auf ein Stück Papier zu schreiben und es jeder und jedem meiner LeserInnen zu schicken, zumal das auch ziemlich sinnlos wäre, so besonders ist das nun auch wieder nicht.

Es besteht ein großes Missverständnis, was das ganze mühsam aufgebaute Kartenhaus in sich zusammenstürzen lässt. Das Internet ersetzt nichts, es ergänzt nur. Umbrüche stoßen immer auf Widerstand, das war beim Buchdruck so, bei der industriellen Revolution und bei der Erfindung des Autos. Jede Art von Neuerung macht denjenigen, die die Potentiale nicht erkennen, Angst. Es sind die, die am Ende Vergleiche anstellen mit der früheren Zeit und so alles neue infrage stellen. Die Frage, die sich Precht und all die anderen stellen ist also falsch. Eigentlich sollten wir längst über das „was ist im Vergleich zu früher neu?“ heraus sein und darüber nachdenken: „wie gehen wir damit um?“ Aufhalten kann man die digitalisierung eh nicht mehr. Trotzdem benötigt es in allem, was wir in der Hosentasche und am Armband tragen einen Faktor, den es mit einem anderen Sinn auszufüllen gilt: den des Menschen. Ohne Expertise, Didaktik, Wissenschaft bleibt es dabei, dass das Gros den Umbruch als negativ begreift, weil es im Vergleich zu früher einen Bezugspunkt wahrnimmt, den Universitäten und Schulen nicht lehren. Wenn der wesentliche Ansatzpunkt zur Meisterung der „digitalen Revolution“ also bleibt, in Unis einen Kurs zum Umgang mit SPSS und Powerpoint anzubieten wird sich der Gedanke der Trennung von „Internet“ und „realem Leben“ weiter durchsetzen. Wenn jede Art von digitalem Einfluss erst auf Skepsis und dann auf Ignoranz trifft werden sich noch viele Prechts an der Frage die Zähen ausbeißen.

„Doch was kann man dagegen tun?“, so die Fragestellung der nächsten „Precht“-Sendung – die auch darüber nachdenken will: „Fallen die Prognosen zur Zukunft unserer Arbeit zu düster aus?“

Definitiv. Denn eigentlich ist alles auf einem ziemlich guten Weg.

CCrasse Sache: Bilder für umsonst?

Oft gelesen, selten erklärt: die Creative Commons Lizenz ist eine geniale Erfindung zur öffnenden Legalisierung geistigen Eigentums. Doch was darf man nutzen, was nicht? Und was muss man beachten?

Falsch kann man vieles machen. Es beginnt damit, dass man die Lizenz nicht richtig beachtet, gegen falsch benannte Lizenzen gab es im Jahr einige Klagen, die erfolgreich waren. Oder man stellt von Urheberseite die Lizenz falsch ein, wovor spätestens dieser Fall warnen sollte. Creative Commons sind kein Freifahrtschein. Wenn man ein Bild, das man nicht selbst gemacht hat, veröffentlicht, muss klar sein, dass andere Rechteinhaber Ansprüche gegen einen haben. 2001 in Harvard initiiert wurden die ersten Lizenzen veröffentlicht, unter welchen Urheber Inhalte veröffentlichen können. Alle gängigen Lizenzen sind in Deutschland in bestimmten Formen seit 2004 legitimiert und richterlich bestätigt.

Eine Creative Commons-Lizenz setzt sich aus  mehreren Bestandteilen zusammen. Das „CC“ zu Beginn einer jeden weist sie als Lizenz aus, was danach folgt beschreibt, was man als User beachten muss:

Lizenzname Das darf man Das muss man
BY Das Bild bearbeiten und teilen Den Urheber nennen, die Lizenz benennen und die Änderungen kennzeichnen.
BY-SA Das Bild bearbeiten und teilen Alle Erfordernisse der BY-Lizenz sowie: Wenn man das Bild bearbeitet hat muss man es unter derselben Lizenz veröffentlichen.
BY-ND Das Bild teilen BY-Lizenz + Man darf das Bild bearbeiten, dieses dann aber nicht veröffentlichen.
BY-NC Das Bild teilen und bearbeiten BY-Lizenz + Man darf das Bild nicht für kommerzielle Zwecke nutzen.
BY-NC-SA Das Bild teilen und bearbeiten Kombination aus BY, NC und SA-Lizenz: man darf das Bild nicht verkaufen und auch nicht unter einer anderen Lizenz als dieser weitergeben.
BY-NC-ND Das Bild teilen Das Bild nicht bearbeiten, nicht kommerziell nutzen und den Namen des Urhebers nennen.
CC0 Alles Nichts

Ergo setzt sich eine Lizenz aus folgenden Teilen zusammen: BY (Urheber), No Derivatives (keine Veränderung), Share Alike (Weitergabe unter denselben Bedingungen) und Non Commercial (keine kommerzielle Nutzung).

Was man noch beachten muss sind die Definitionen:

Bearbeiten bedeutet: remixen, ändern und in sonstiger Weise direkt darauf aufbauen. Eine reine Formatänderung gilt gemeinhin nicht als Bearbeitung.

Kommerziell bedeutet: der Nutzer zielt primär auf eine Vergütung oder andere kommerzielle Vorteile ab

Namensnennung bedeutet: man muss adäquat auf den Urheber hinweisen. „Foto von Flickr“ reicht also nicht und genausowenig „Foto von Adrian Malzer“ in Schriftgröße 0.5, richtig wäre: „Foto: Adrian Malzer, PalmerMalzer, Flickr, CC-BY-SA 3.0 DE“

Die Zahl hinter der Lizenz bedeutet im übrigen die aktuell gültige Lizenz (immer: 3.0) in der Bundesrepublik (= DE), die muss man ebenfalls nennen.

Alle Informationen, auch die Langfassung der Lizenzen, findet man hier: http://creativecommons.org.

Alle hier genannten Informationen sind in keiner Weise rechtlich bindend oder ersetzen im Zweifelsfall einen anwaltlichen Rat sondern spiegeln ausschließlich meine privaten Erfahrungen wider.

Den Text weise ich übrigens unter BY-NC-ND 3.0 DE aus.

Meine Güte, BR.

Liebes Bayerische Ferneshen.

Ich mag öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten und ich mag das Programm. Viel müsst ihr einstecken – zu teuer, zu schlecht. Wenn man aber mal bedenkt, was du, BR, stellvertretend für diese Sender, für politische Bildung, Kultur und Wissenschaft leistest halte ich das für Erbsenzählerei. Ohne euch sähe es ziemlich düster aus in der deutschen Medienlandschaft.

Warum also dieser Titel?

In meinem Auto habe ich ein Radio, sonst höre ich vielleicht mal DasDing, die CampusCrew oder Los40 im Webstream weil ich halt in Bayern wohne, sonst aber nichts. Autoradio also. Auf der „4“ liegt dabei BR Klassik, was ein fantastischer Sender für Kultur ist, ich stehe irgendwie auf Jazz und manchmal möchte ich während einer langen Fahrt einfach mal klassische Musik hören. Ich mag den Sender deshalb, weil ich mir dort nicht die Best-Of-Filmmusik-Compilation oder schlecht abgemischte Klassik wie bei KlassikRadio anhören muss.
Sondern einfach vernünftige klassische Musik.
Auf der anderen Seite steht jetzt ein Radikalumbau bei euch. Billiger soll alles werden und online gleich dazu, weil wir jungen, hippen Menschen doch eh alles im Web erledigen. Einkaufen, arbeiten, warum nicht auch Musik hören. Und außerdem, hey, von den 260.000 HörerInnen von BR-Klassik hat doch eh jedeR einen PC oder zumindest ein Digitalradio oder zumindest Internet.

Finde den Fehler.

Dass es aber zum essentiellen Bildungsauftrag eines jeden öffentlich-rechtlichen Senders dazugehört, ein breites Angebot auf allen Kanälen zu bieten, vergesst ihr. Von den 260.000 HörerInnen ist mit Sicherheit nur ein Bruchteil in der Lage, Radio übers Internet zu hören, das hat was mit dem demografischen Wandel zu tun aber in erster Linie mit Interesse. Klar müsst ihr sparen, das dann aber dort anzufangen, wo das Interesse der Menschen liegt halte ich für fehl am Platze. Euch zeichnet es aus, dass ihr ein fantastisches kulturelles Angebot habt, Konzertübertragungen im TV und Stream, echte Kultur im Radio. Diesen Bereich dann zugunsten eines dritten Popsenders, puls. (der ironischerweise gerade online ganz hervorragend läuft), wegzustreichen zeugt nicht gerade davon, ein Ohr an der Gesellschaft zu haben.

Nochmal: ich halte euch, den BR und die ganze ÖffR Rundfunklandschaft, für bewahrenswert und im Kern eine gute Sache. Nur über die konkrete Umgestaltung sollten wir nochmal reden.

(So ähnlich sehen das übrigens, Stand jetzt, auch 12.300 Menschen, die diese Petition unterzeichnet haben: https://www.openpetition.de/petition/online/br-klassik-muss-bleiben.)

 

 

 

Gestern war Equal Pay Day und ich Trottel habe das Bild geteilt.

EPD_1.3 Kopie

Das ist es also, das Corpus Delicti. Was fällt diesen Jusos Baden-Württemberg ein, so etwas zu veröffentlichen? Wo doch eigentlich alles gut ist in unserer Gesellschaft, keine Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen gelten, der Feminismus komplett abgeschlossen ist und niemand mehr wegen seines Geschlechts diskriminiert wird (absolut niemand!).

So zumindest konnte ich aus den Kommentaren unter dem Bild lesen – ein kurzes best-of:

J1 j2

Gleiche Arbeit, gleicher Lohn? Eigentlich muss das selbstverständlich sein. Das sagen Frauen und Männer in Deutschland gleichermaßen. Und doch gibt es weiterhin eine Lohnlücke. Sie liegt in Deutschland bei etwa 22 Prozent – das ist weit mehr als in den meisten anderen Industrieländern.

Christine Lüders ist eine faszinierende Frau. Die Frau mit dem abschreckenden Titel wird sie manchmal genannt, sie ist studierte Pädagogin und hat bei der Lufthansa gearbeitet. Das Zitat oben ist von ihr, Frau Lüders ist Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (und wenn irgendwer Ahnung davon hat, dann doch wohl sie). Die 22% bestehen über die komplette Gesellschaft, also Berufe mit inbegriffen, in denen Frauen so gut wie nicht vorkommen. Dass diese Statistik ein wenig irreführend ist, sehe ich ein. Trotzdem bin ich nicht so blind und verschließe meine Augen vor der Realität: bereinigt liegt die Gender Wage Gap bei 7%. Allgemein wird statistisch in 18 Berufsgruppierungen unterteilt, in denen ein Unterschied sehr genau bemessen werden kann. Darunter wird gemessen, wie viele Frauen und Männer in einer Berufsgruppe vorkommen, was man als horizontale Geschlechtersegregation versteht (und jetzt, Zweifler, nicht aufhören zu lesen, jetzt wird’s interessant).

1)      Beispiel 1: Grundstücks- und Wohnungswesen: In Deutschland liegt hier der Frauenanteil bei 51,4%, in der EU nur bei 49,2%. Insofern ist das eine relativ ausgeglichene Branche, Frauen haben dieselben Chancen, einen Job zu bekommen, wie Männer. Trotzdem bekommen Frauen 20,5% weniger Lohn als Männer in vergleichbaren Positionen. Zufall?

2)      Nein. Ein extremeres Beispiel, Gesundheit- und Sozialwesen. Nur 33% der Männer haben Lust, sich als Pfleger die Hände schmutzig zu machen, trotzdem verdienen sie 24,6% mehr.

Das, liebe Leute, sind Fakten, die keine Süddeutsche Zeitung der Welt schönreden kann. Was das für Folgen hat, sieht man aktuell bei der Geschlechterspezifischen Betrachtung der Altersarmut: 30% mehr Frauen sind davon betroffen als ihre männlichen Kollegen. Und das habe ich mir auch nicht selbst ausgedacht, das sagt die Hans-Böckler-Stiftung. Wenn man sich den Forderungskatalog von Frau Lüders durchliest klingt das ein wenig so, wie das, was sich Frank Bsirske immer auf seinen Weihnachtswunschzettel schreibt (was deswegen witzig ist, weil Christine Lüders immer ein bisschen Nähe zur Union nachgesagt wird). „Entgeltungleichheit kann sich Deutschland auch im Hinblick auf den Demografischen Wandel und den kommenden Fachkräftemangel nicht länger leisten. Sie schadet auch der Wirtschaft.“

Was gesellschaftliche Realität ist, ist also nicht in den Köpfen der Menschen angekommen, wir bewegen uns da in einer Zone, von der mir eigentlich immer suggeriert wurde, dass sie längst Passé sei.

Wer also behauptet, die Jusos Baden-Württemberg seien Populisten, die sich die Zahlen so hindrehen, dass die Leute sie gut finden oder sogar behaupten, eine Ungleichbehandlung gäbe es so gar nicht ist entweder unfähig, sich mal ordentliche Statistiken zu googeln oder einfach nicht in der Lage, diese zu verstehen.

Bemerkenswert eigentlich, dass alle negativen Kommentare von Männern kommen.

 

Quellen:
http://www.antidiskriminierungsstelle.de/SharedDocs/Downloads/DE/publikationen/Faktensammlung_Entgeltungleichheit.pdf?__blob=publicationFile
http://www.igmetall.de/SID-6BB488CD-A58CFC84/altersarmut-von-frauen-10811.htm

Meine Kirche

32 Millionen für eine Residenz, Kindesmissbrauch, Geheimniskrämerei und überhaupt, Inquisition und Ablasshandel und Kreuzzüge. Es ist leicht, Dinge gegen die katholische Kirche zu finden. Trotzdem bin ich Mitglied und habe auch nicht vor, das zu ändern. Im Gegenteil: ich möchte das begründen und eine Lanze für meine Kirche brechen.

Ich bin nicht streng religiös, gehe nicht jeden Sonntag in die Kirche und was die angestrebte Moral angeht nehme ich es auch nicht immer ganz so streng. Wie ich es denn moralisch mit meinem Gewissen vereinbaren könne, trotzdem bekennendes Mitglied zu sein, werde ich ab und an gefragt, ich bin auch seit meinem fünfzehnten Lebensjahr SPD- und Juso-Mitglied. Es ist in der letzten Zeit einfacher geworden, gegen die Kirche zu wettern. Irgendwo mit Recht, ein Prunkbau mit unnötigen Kosten ist schäbig, ganz zu schweigen vom Umgang mit dem Kindesmissbrauch. Und dann gibt es immer wieder die ewig gestrigen, die schwule und lesben nicht gleichstellen möchten und geschützten Geschlechtsverkehr für etwas Teuflisches halten. Die mediale Berichterstattung tut dann ihr übriges und schon entsteht das Bild der unbarmherzigen, kalten und gierigen Kirche.

1.166 Millionen Mitglieder hat die Katholische Kirche aktuell weltweit. Davon leben 23 Millionen in Deutschland. 23 Millionen. Viele davon werden ähnlich denken wie ich, sie verurteilen die Fehler, sehen die Kirche aber in einer Makro-Sicht. Ich glaube, dass es da irgendwo einen Gott gibt, ich kann es mir rational nicht erklären aber das ist ja auch nicht der Sinn von Glauben. Dass es da Menschen gibt, die das auch so sehen und sogar Menschen, die das predigen finde ich großartig. Es ist eine Gemeinschaft von Leuten, die sich in Traditionen und Überzeugungen über Alter, soziale Klasse oder politische Couleur hinweg zusammenfinden. Es ist für mich kein Lebensinhalt, aber es ist irgendwie immer da, wenn man es braucht. Als Geber von Hoffnung und Spender von Trost, es sind die schlechten Momente, in denen sich die Kirche in den Vordergrund drängt. Ich erinnere mich aber auch gerne an meine Zeit im Chor. Wenn wir in den Hinterzimmern von Kirchen in ganz Europa in Talaren gekleidet und mit Psalmen unterm Arm auf den Auftritt gewartet haben. Dieser kalte Geruch von Stein und Weihrauch und diese fast unheimliche Stille in einem voll besetzten Raum haben mich als Kind beeindruckt und haben mein Bild von der Kirche geprägt. Pfarrer, die sich nach dem Konzert draußen mit uns noch auf ein Eis trafen und uns irgendetwas vom Leben erzählten waren für mich die Gesichter der Kirche. Wenn da ein Papst oder ein Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz im Fernsehen auftraten war das die Projektion des Ganzen in eine Person, mit all den negativen und positiven Facetten. Das war beeindruckend, war aber nicht die Kirche.

So hat jeder seinen Aspekt, den die Kirche für einen selbst auszeichnet. Und dann ist es zweitrangig, wie viel ein Haus irgendwo in Deutschland kostet.

Wen’s stört, soll doch wo anders hin.

Dass Parteifreunde nicht automatisch Freunde im Leben werden, ist hinlänglich bekannt. Wenn sich diese Abneigung aber mancherorts in Kontraproduktivität umwandelt, wird es gefährlich. Eine Warnung.

„Selbst Belanglosigkeiten, Orte von Sitzungen oder die Standeinteilung bei Straßenständen, werden so konsequent boykottiert, dass sich das auf das Arbeitsklima im Verband negativ auswirkt“ erzählte mir ein Freund, dessen Partei ich nicht nennen möchte, um niemanden zu schädigen. „Es ist purer Hass“ sagte mir ein anderer aus dem entgegengesetzten politischen Lager. „Ich kann mit denen nicht zusammenarbeiten, die machen alles kaputt, was ich anfange“.

Es ist ein Grundmuster eines jeden, der einen anderen negativ beeinflussen will. In der Psychologie nennt man es die gezielte und beabsichtigte Viktimisierung von Individuen, welche durch einen schwächeren sozialen Status und der Aufwertung des sozialen Status des Aggressors hervorgerufen wird. Grundsätzlich kommen diese Phänomene in hierarchisch strukturierten, kontrollfreien Räumen vor, wobei das bei einer Partei schwierig festzustellen ist. Zwar ist es ein sozialer Raum wie jeder andere. Trotzdem verbinden aber Werte und Vorstellungen und allgemein eine politische Einstellung.

Parteien sind pluralistischer geworden. Es gibt nicht die eine absolute Meinung, die alle verbindet, sondern einen rechten Flügel und einen linken Flügel und einen Flügel, der von beiden nicht viel hält. Ohne dass es je an die Öffentlichkeit kommen würde, brodelt mancherorts an der Basis eine kaum zu erklärende Wut auf anders denkende. Man muss als Verantwortung tragender ein sehr dickes Fell haben, um diesem Druck stand zu halten. Oft kommen diese Aggressionen völlig ohne Ursache. Die Gegner versteifen sich und stacheln sich gegenseitig in ihren Kleingruppen an, hören dem anderen nicht zu und zeigen nicht die Toleranz, welche sie nach außen predigen. Es hat schon lange nichts mehr mit Politik zu tun, was sich in manchen Ortsvereinsbüros der Republik abspielt.

Dass in der Politik ständig an Stühlen gesägt wird, dürfte niemanden mehr wundern. Auch, dass davon nicht nur die erste Reihe der Politiker betroffen sind. Aber dass politisches Engagement mancherorts dasselbe bedeutet, ehrenamtlichen Stress quasi, ist ein Phänomen, das die Öffentlichkeit so nicht wahrhaben will und muss. Warum auch. Dass Machterhalt dort gesichert oder erlangt werden will, wo es um Wirtschaftspolitik, Außenbeziehungen und das Wohlergehen von achtzig Millionen Bürgerinnen und Bürgern geht, ist zwar nicht schön, aber wenig verwunderlich. Aber bei Fragen, wo ein Film vorgeführt oder ein Stand platziert wird, fehlt dafür das Verständnis. Und es sind nicht nur die konkret realpolitischen Entscheidungen. Selbst nicht so gemeinte Äußerungen oder völlig harmlose Bilder im Internet werden so konsequent verdreht, dass es fast schon lächerlich ist.

Diese Wut zieht durch Instanzen und schädigt so die Partei von unten. Es sind nicht die oberen zehn, zwanzig Verantwortlichen, welche Spaltungen provozieren, es sind diejenigen, welche sie von unten ausführen. Dort ist letztlich nur die Tatkraft der stärkeren ausschlaggebend. Denn Druckmittel gibt es kaum, für ein Parteiausschlussverfahren reicht es nicht, und man will ja auch nicht die Basis vergraulen. Es ist die Einigkeit, die fehlt, die Freundschaft, die nur über die Farbe des Parteibuches manifestiert wird und der Hass, der lähmt. Die Gefahr ist, dass Verbände zerbrechen und die Menschen gleich mit.

„Wenn es so weitergeht, höre ich vorzeitig auf“ erklärte mir ein Kollege von einer Hochschulgruppe. Es sind letztendlich nur die Freunde, die einen im Geschäft halten. Wenn man nur auf die innerparteilichen Feinde hört könnte man auch gleich die Amtszeiten auf 2 Monate heruntersetzen.

Und selbst das ist Optimismus.

In eigener Sache

Manch einer wird sich durch einen Post auf Twitter oder Facebook hierher verirrt haben. Irgendwas mit RedBull stand da im Betreff und jetzt will man auch mal rausfinden, was da dahintersteckt. Wenn das stimmt: danke!

Und wenn das nicht stimmt, hier einfach so die Erklärung: RedBull ist ein wunderbares Kaltgetränk. Jedoch fanden mein Freund Frederik und ich, dass die aktuell existierenden Möglichkeiten, das Getränk zu verwenden, doch arg berenzt sind. Mit Wasser kann man nicht nur den Durst löschen, sondern auch Blumen gießen und Nudeln kochen, in Spanien wälzen sich die Leute sogar in Tomatensaft und spätestens seit „Lanz kocht“ ist auch der Weißwein endlich als Kochzusatz anerkannt. Mit RedBull kann man vielleicht noch Wodka mischen, das war’s dann aber auch.

Viele fragen uns: muss das sein?

Und wir sagen: Ja, es muss. Es ist an der Zeit, den Markt von unten zu revolutionieren. Es ist an der Zeit, der so kurzsichtigen infantilen Jugendgesellschaft den Alkoholverblendeten Riegel zu zerbrechen und zu sagen: Wacht auf! Seid kreativ! Und hört endlich auf, den Undercut cool zu finden!! Falsches Thema.

Frederik und ich werden daher bald die Verträglichkeit von RedBull ausreizen und ihn mit einer ausgewählten Anzahl (10) von Produken (Steak, Schokolade, Gelierzucker etc.) kombinieren. Das Ergebnis findet sich später hier im Blog und live auf Twitter (@adrianmalzer und @frederikpalmer, kommt drauf an, wer grade probieren muss).

And for all my english-speaking readers (the official RedBull-Twitter-guys included): Frederik and I are testing your awesome product on the ability to combine with other types of food and will publish our results right here. By the way: we are not having jobs yet so poaching us is quite easy 😉 (just write me an e-mail or something)

#myredbull

Welche Ligen gibt es?

Welche Ligen gibt es?

 Bundesliga (höchste Deutsche Spielklasse). Aufgegliedert in 1., 2. und 3. Liga. Der jeweils erst, zweit und drittplatzierte der 2. und 3. Liga steigt in die jeweils höhere Liga auf. Der Letzte und vorletzte steigt ab. Der Drittletzte spielt gegen den jeweils Drittplatzierten der tieferen Liga im sog. Relegationsspiel um den Auf- bzw. Abstieg.

Aktuell:

Unbenannt

1. Liga

Unbenannt1

2. Liga

Im Moment würde Fürth und Augsburg absteigen. Brauenschweig und Berlin würden aufsteigen. K’Lautern würde gegen Hoffenheim in der Relegation spielen, würde K’Lautern beide Spiele gewinnen würden sie in den kommenden Saison in der 1. Liga, Hoffenheim (berechtigterweise) in der 2. Liga spielen.

Der Erst- bis Drittplatzierte der Bundesliga spielt in der Champions League, der höchsten Europäischen Spielklasse, in der die Besten Mannschaften Europas in einer Gruppen- und KO-Phase (Wie bei der WM) gegeneinander spielen. Der Gewinner ist dann Champions-League Sieger und bekommt viel Geld, hat aber auch die Qualifikation für die nächste CL-Saison sicher (unabhängig vom nationalen Spielergebnis). Aktuell würden also der FC Bayern, Dortmund und Bayer in der CL spielen.

 Unbenannt3

Dann gibt es noch die Europa-League, den kleinen Bruder der Champions-League. Dort spielen die guten, aber nicht sehr guten Mannschaften Europas. In Deutschland spielt der 4. und 5. in der Europa-League, der 6. muss sich erst noch in der Euroleague-Qualifikation dafür qualifizieren. Im Augenblick würden also Frankfurt und Freiburg direkt qualifiziert sein, der HSV müsste in die Qualifikation. Aufgebaut ist die Euroleague wie die Champions-League.

Quelle des Titelbildes: http://www.dt3.de , Quelle der Tabelle: http://www.bundesliga.de

Einsender der Frage: niemand. Hast auch Du eine Frage an Adrian? Kommentar hier: http://bit.ly/UTrxnE

Was ist der kürzeste Berliner Witz aller Zeiten?

Da musste ich kurz überlegen, aber ich als aufmerksamer SpOn-Leser weiß: Der kürzeste Berliner Witz ist „Mit der S-Bahn zum Flughafen“! @saschalobo

Das Bild oben zeigt übrigens nicht den Flughafen Berlin-Brandenburg sondern Stuttgart 21 – Nicht nur Berliner können nicht Großprojekt.

Einsender der Frage: Max M. aus P. Hast auch Du eine Frage an Adrian? Kommentar hier: http://bit.ly/UTrxnE